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Frankreich-Austausch 2010

Am 25. Mai war es soweit: wir – Frau Sahliger, Frau Lauber und 27 Schüler aus dem Jahrgang 8 - stiegen morgens um 8:00 Uhr in den Bus, um die Reise in die Normandie – genauer gesagt nach Le Houlme - anzutreten.

Zur Erklärung sei gesagt, dass der Austausch mit unserer eigentlichen Partnerstadt Montville aus verschiedenen Gründen nicht zustande gekommen war. Trotz vielfältigen Bemühens der Schulleitung sowie einiger Kollegen erhielten wir nur einen negativen Bescheid. Wir waren zunächst sehr enttäuscht, da wir nicht wussten, wie wir dies unseren Schülern erklären sollten, jährte sich der Austausch doch zum 30. Mal!
Dass dann doch noch Hoffnung aufkam, verdanken wir den Bemühungen von Frau Fritsch, die den Schulleiter des Collège Jean Zay in Le Houlme ansprach, der ihr persönlich bekannt war. M. Delporte zeigte sofort Interesse. Seine Idee, einen "échange tri-langue" zu beginnen, fand sofort unseren Zuspruch. So rekrutierte sich unsere französische Gruppe zum größten Teil aus Schülern, die seit mehreren Jahren sowohl Deutsch als auch Englisch lernen. Der Kontakt mit den französischen Kolleginnen ergab sich ebenfalls sehr schnell, so dass wir bald die konkrete Planung des Austausches angehen konnten. Françoise Watrin, die Deutschlehrerin und Christine Papeil, eine der Englischlehrerinnen, erwiesen sich als sehr freundliche, kompetente Austauschpartner, mit denen man hervorragend und effektiv planen konnte. Viele E-mails gingen zwischen Frankreich und Deutschland hin und her, und so konnte die Zuordnung der "Corres" bald vorgenommen werden. Am 28.04.09 fand dann unser Informationsabend statt, auf dem wir Eltern und Schüler über das Programm unserer Fahrt in Kenntnis setzen bzw. letzte Fragen zum Austausch beantworten konnten.

Am späten Montagnachmittag gegen 17.00 Uhr nach nur 9 Stunden Fahrt kamen wir wohlbehalten in Le Houlme an. Unsere französischen Partner schwenkten  deutsche und französische Fahnen, um uns willkommen zu heißen. In der Eingangshalle hing ein großes Plakat: "Herzlich willkommen, liebe Freunde!". Dort bekamen wir auch unseren "pot d'accueil" und hatten Gelegenheit, uns für die herzliche Aufnahme zu bedanken. Jeder französische Schüler erhielt anschließend einen Prospekt der Stadt Haiger ausgehändigt, bevor er dann seinen deutschen Partner mit in seine Familie nahm. Als alle abgeholt worden waren, konnten auch Frau Sahliger und Frau Lauber mit ihren französischen Kolleginnen ins Quartier fahren. In der etwas später vorgenommenen Evaluation berichteten alle Schüler über den Empfang in den Familien viel Positives. Tolles Essen und herzliche Atmosphäre halfen über den Anfang des Aufenthaltes im fremden Land hinweg. Man unterhielt sich lange und ging spät ins Bett.

Die deutsche Austauschgruppe

Am nächsten Morgen hatten wir ausführlich Gelegenheit, das Collège Jean Zay kennen zu lernen. Alle deutschen Schüler waren anschließend voll des Lobes: Französische Lehrer sind "lockerer und nicht so streng" wie ihre deutschen Kollegen. Die Toiletten sind sauber. Man muss keine Tafel wischen. Die technische Ausstattung der Schule ist super. Jeder Schüler hat einen eigenen Tisch: das ist besser und flexibler. So und ähnlich äußerten sich fast alle unsere Schüler. Nach dem gemeinsamen Essen in der Kantine wurde auch diese positiv hervorgehoben. Den Nachmittag verbrachten wir anschließend in Rouen. Die Stadt der Jeanne d'Arc war wirklich sehenswert mit ihren alten Häusern in typisch normannischem Stil, der schönen Kirche, die Jeanne d'Arc gewidmet ist und der "Rue du gros horloge", der berühmtesten Straße der Stadt, die zum Betrachten der alten Gebäude und zum Einkaufsbummel einlud.
Beim Stadtbummel

Mittwoch stand ganz im Zeichen von Paris. Der Eiffelturm, das Picknick auf dem Champ de Mars, ein Sparziergang durch den Jardin des Tuileries und die Fahrt im Bâteau Mouche, wo man noch einmal alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der französischen Hauptstadt zu Gesicht bekam, machten den Tag zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Am Donnerstag hatten unsere französischen Partner einen weiteren interessanten Programmpunkt ausgewählt. Wir fuhren mit dem Bus nach Honfleur, einer wunderschönen normannischen Hafenstadt an der Seinemündung. Dort musste man gemeinsam mit dem Austauschpartner eine Stadtrallye ablaufen und Fragen lösen. Nach Erledigung der Aufgaben trafen wir uns zum Picknick im Stadtpark.

Anschließend brachte uns der Bus noch nach Livarot, wo die Besichtigung der Käsefabrik auf dem Programm stand. Wegen der streikenden Milchbauern gestaltetete sich diese jedoch etwas schwierig. Dennoch bekamen wir einen kleinen Einblick in die Art der Herstellung und  Lagerung des "Livarot" und konnten uns zum Schluss mit leckerem Käse eindecken.
Am Freitag wurden unsere Schüler wieder auf verschiedene Klassen aufgeteilt und konnten so dem Unterricht in ganz unterschiedlichen Fächern folgen. Nach dem Mittagessen in der Kantine hatten die französischen Lehrer gemeinsame sportliche Aktivitäten für Franzosen und Deutsche auf dem Programm. Wir Lehrerinnen wurden zu einem Nachmittag in Rouen animiert, was wir auch gern in Anspruch nahmen. Abends fand unsere geniale "Boum" statt. Die französischen Gasteltern sorgten für leckeres Essen und brachten ihre Kinder und deren Partner ins Collège. Mit Musik und Tanz, kulinarischen Köstlichkeiten sowie angeregten Gesprächen verging unser letzter Abend viel zu schnell. Auch M. Delporte ließ es sich nicht nehmen, die Kolleginnen zu Champagner, "tarte" und "fromage" einzuladen. Die von ihm im Lauf des Gesprächs geäußerte Idee, man sollte auf einen gemeinsamen Austausch mit Montville hinarbeiten, bezeichneten wir als interessante Zukunftsvariante.

Als wir am Morgen unserer Abreise am Collège ankamen, flossen bereits viele Tränen. Wir wurden von den Gasteltern, den "Corres", den Kolleginnen und von Herrn Delporte persönlich sehr herzlich verabschiedet. Nach einer angenehmen Fahrt ohne Zwischenfälle kamen wir gegen 17.00 Uhr wieder in Haiger an.

Jetzt freuen wir uns sehr, unsere französischen Partner Ende September bei uns begrüßen zu dürfen. Wir wollen uns sehr viel Mühe geben, damit sie sich in Haiger genau so wohl fühlen wie wir in Le Houlme.

Ute Sahliger-Nedwidek und Gunhild Lauber

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