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"Das Elsass erlebt"

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"Die ganze Zeit habe ich nur Aufgaben gelöst und Vokabeln gelernt und habe nicht kapiert, wozu das gut sein soll. Und jetzt bin ich hier und treffe Leute, die die Sprache sprechen und mit denen ich reden kann und bin mitten drin." – so lautete die überraschte Beobachtung einer 14 jährigen Teilnehmerin am diesjährigen Schüleraustausch der Johann-Textor-Schule mit dem elsässischen Collège Georges Martelot in Orbey vom 24.5-29.5.

Der Kontakt mit dem Collège in Orbey war auf Initiative der Pädagogischen Leiterin der Johann-Textor-Schule Anette Fritsch zustandegekommen nachdem die langjährige Partnerschule in  Montville den Austausch  aussetzen musste. Mittlerweile ist nach einem nochmaligen Aussetzen der des Collège in Montville ist noch eine weitere Partnerschule in der Normandie in  Le Houlme hinzugekommen. Der Austausch mit dem Elsass einerseits und der Normandie andererseits findet nun im jährlichen Wechsel statt.
Die 23 Haigerer Schüler hatten Gelegenheit, ihre französische Partnerschule, die Städte Orbey, Colmar, Strasbourg, ein Freilichtmuseum sowie die Vogesen näher kennenzulernen.

austausch_2010Orbey gehört zu einer seit jeher französischsprachigen Enklave des Elsass. Die Bevölkerung litt hier besonders stark unter den Germanisierungsversuchen des Dritten Reiches. Viele der französischsprachigen ‚Elsässer wurden deportiert. Unweit von Orbey in den Vogesen liegt das Schlachtfeld Le Linge, auf dem schon im ersten Weltkrieg erbittert gekämpft wurde. Wenige Kilometer entfernt liegt das ehemalige KZ Struthof. Die Erinnerungen sind bei vielen Elsässern durchaus noch wach. Während des Austauschs konnte man in der Lokalzeitung die Nachricht von der Schändung eines deutschen Soldatenfriedhofs lesen. Umso wichtiger sind die friedvollen Kontakte zwischen den Jugendlichen beider Länder in der heutigen Zeit.

Die  Austauschgruppe wie auch die begleitenden Lehrer, Ralf Kaczerowski und Kathrin Ahrens, wurden in Orbey und in der Schule als Freunde aufgenommen und die besonders herzliche Betreuung in den Gastfamilien, machte es den Schülerinnen und Schülern leicht, mit der fremden Sprache vertrauter zu werden und schnell neue Freundschaften zu schließen.

Die Schüler erlebten, dass der Alltag ihrer Partner teilweise von ganz ähnlichen Dingen geprägt ist wie ihr eigener: Facebook, Wii, DS und Döner. Anderes war sehr fremd: Ein Krug Wasser auf dem Tisch statt Mineralwasser, man schmiert sein Frühstücksbrot auf dem Tisch statt auf einem Teller, der Kakao wird aus einer Schale getrunken, die Schule wird von einem hohen Zaun umschlossen, der Lehrer kommt auf den Schulhof, um die dort auf ihn wartende Klasse abzuholen.

Nach vielen gemeinsamen Erlebnissen fiel der Abschied schwer – schon auf der zweiten Raststätte auf der Autobahn traf eine SMS ein – "Ihr fehlt mir!" – Da tröstet der Gedanke, dass die Partner im September zum Gegenbesuch nach Haiger kommen. Eine ganze Reihe der Haigerer Schüler plant aber auch schon Besuche in den Sommerferien.

 

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