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An Tagen wie diesen ...

Haiger, 28.06.2012.

"Wie sind eigentlich die Franzosen? Wie werde ich bei denen aufgenommen? Werden die auch mit mir reden?" Diese Fragen bewegten 33 Haigerer Schüler, die vom 21. bis 26. Mai am Schüleraustausch mit dem Collège Georges Martelot in Orbey im Elsass teilnahmen.Das Eis jedoch war schnell gebrochen bei einer spontanen Wasserschlacht am Flüsschen, das sich durch die idyllische Vogesenortschaft schlängelt. "Die sind völlig ohne Vorurteile auf uns zugegangen." meinte eine Schülerin.

austausch-2012aDer Schulleiter der Johann-Textor-Schule, Dr. Lohwasser, und die Pädagogische Leiterin Anette Fritsch, die den Austausch mit Orbey im Jahr 2006 initiiert hat, besuchten die Austauschgruppe und wurden sehr herzlich vom französischen Schulleiter M. Bauer und den Kollegen empfangen. Beide zeigten sich beeindruckt von der Offenheit und Gastfreundlichkeit und dem Engagement der französischen Gastgeber.

Die Schüler bekamen einen Eindruck von Ribeauvillée, einer typischen Ortschaft an der elsässischen Weinstraße, vom Geburtsort Albert Schweitzers, Kaysersberg. Ein besonders intensives Erlebnis war sicherlich der Isenheimer Altar im "Musée Unterlinden" in Colmar. Einen unbeschreiblichen Ausblick bietet die Haut Koenigsbourg von der Höhe der Vogesen über die Rheinebene bis hin zum Schwarzwald. Vieles in der traditionellen bäurischen Bauweise im Freilichtmsueum in Ungersheim erinnert an die hessische Heimat. Etwa die Langhäuser, die Stallungen, Scheune und Wohnraum unter einem Dach vereinen. In der "Maison du Fromage" in Munster erfuhr man mehr über den berühmten gleichnamigen Käse. Almwirtschaft und Käseherstellung wird hier so betrieben, wie man es sonst nur aus den Alpen kennt. Abschluss der Reise bildete Obernai und der "heilige Berg" des Elsass: der Mont Ste. Odile. Ein auf einem roten Sandsteinfelsen in 763 m Höhe gelegenes Kloster, wieder mit weitem Blick über die Rheinebene.

austausch-2012bNeben diesen Ausflügen stand ein Besuch im Collège auf dem Programm. Die Schüler begleiteten ihre Partner in deren Unterricht. Zunächst scheint sich das französische Schulleben grundlegend von der deutschen Erfahrung zu unterscheiden. Zum Beispiel warten die Klassen ruhig in Zweierreihen auf dem Hof, bis sie dort von ihrem Lehrer abgeholt werden. Im Unterricht hatten die Haigerer jedoch das Gefühl, dass sich das Geschehen gar nicht so sehr von zu Hause unterscheidet. "Die sind genau wie wir," meinten die Haigerer nach ihrem Besuch.

Die Essgewohnheiten der beiden Länder scheinen sich immer weiter anzugleichen: Spaghetti, Lasagne, Pizza und Döner standen auf dem Speiseplan, Unterschiede gab es beim Schulbrot: Man bekam eine komplette Mahlzeit eingepackt, eine Überraschung für den, der an sein Wurstbrot gewöhnt ist.

Höhepunkt des Aufenthalts war für alle der Abschiedsabend. Beim gemeinsamen Tanzen hatte man nicht mehr das Gefühl, dass da zwei Gruppen sind, sondern es war nur noch ein "Wir" spürbar. Marc Bolzer, einer der französischen Kollegen, fasste diese Erfahrung mit dem Liedtitel der Toten Hosen zusammen: "An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit".

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