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Eine halbe Million Euro in den Händen

Deutsche-Bundesbank-2017Frankfurt/Haiger, 04.05.2017.

"Die Funktion des Geldes", so lautet das Thema, mit dem sich die Schüler der Klassen 9 und 10 unter der Leitung von Larissa Quiring und Stefan Müller aktuell im Wahlpflichtunterricht Wirtschaft an der JTS beschäftigen. Welche Voraussetzungen Geld erfüllen muss, um als solches anerkannt zu werden, wieso wir eigentlich Geld benötigen und welche Funktionen Geld in einer Gesellschaft übernimmt, erfuhren die Schüler vergangenen Freitag bei einem Besuch der Deutschen Bundesbank in Frankfurt.

Dort nahm man zunächst an einem knapp zweistündigen, speziell für die Schüler der JTS gestalteten, Workshop mit dem Titel „Geld und Geldpolitik“ teil. Martin Jedrzejowski, Mitglied des Stabs der Präsidentin der Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank und verantwortlich für den Bereich der Ökonomischen Bildung, zeigte den Schülern, anhand sehr anschaulicher Beispiele, die Geschichte des Geldes vom Naturalgeld wie Salz oder Vieh über das Münz- und Papiergeld bis hin zum Buchgeld.

Die Schüler lernten, dass Geld drei wichtige Funktionen hat: Es ist zugleich Tausch- und Zahlungsmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel. In Kleingruppen erarbeiteten sie die drei wesentlichen Grundvoraussetzungen, die ein Gegenstand erfüllen muss, um diese Funktionen auszufüllen und somit als Geld verwendet werden kann: Er muss gut teilbar, wertbeständig und allgemein akzeptiert sein.

Was passiert, wenn eine oder mehrere dieser Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind, verdeutlichte Herr Jedrzejowski anhand zweier Beispiele aus der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts, der Hyperinflation von 1923 und der Besatzungszeit nach 1945. Dort übernahmen Gegenstände wie Zigaretten nach und nach die Funktion des Geldes, da diese alle drei Grundvoraussetzungen erfüllten. Die Schüler erfuhren, dass es die Aufgabe der Deutschen Bundesbank ist – gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank und den weiteren Zentralbanken der Eurozone – mit Hilfe ihrer Geldpolitik dafür zu sorgen, dass der Euro als gemeinsame europäische Währung auch in Zukunft alle drei Grundvoraussetzungen erfüllt.

Im Anschluss an den Workshop konnten die Schüler ihre neu erworbenen Kenntnisse im Geldmuseum der Deutschen Bundesbank vertiefen. Die Dauerausstellung des im vergangenen Dezember neu eröffneten Museums bot zahlreiche Möglichkeiten sich anschaulich, interaktiv und spielerisch mit dem Thema Geld auseinanderzusetzen. Ein besonderes Highlight war zweifelsohne der 12,495 kg schwere Originalgoldbarren aus den Beständen der Deutschen Bundesbank, den man – gut eingeschlossen und durch zwei Sicherheitskräfte bewacht – durch ein Loch im Schaukasten anfassen und hochheben konnte. Denn wann hat man schon mal eine gute halbe Million Euro in seinen Händen?

Die WPU-Kurse Wirtschaft sind Bestandteil der Kooperation der Johann-Textor-Schule mit den Kaufmännischen Schulen in Dillenburg. Die Kurse werden bilingual angeboten und ergänzen damit das Angebot der Johann-Textor-Schule um den immer wichtiger werdenden Bereich der Wirtschaft und stärken gleichzeitig die fremdsprachigen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in einem sehr spezifischen Bereich.

Neben dem Thema „Umgang mit Geld“ beschäftigen sich die Schüler im Rahmen der von Lehrkräften der KSDill angebotenen Kurse mit den Themen „Grundlagen des Wirtschaftens“ und „Grundlagen des Vertragsrechts“ und können so neben wichtigen Kenntnissen für den privaten Alltag bereits Einblicke in die kaufmännische Welt von Unternehmen erlangen.

„Aufgrund der sehr guten Erfahrungen und durchweg positiven Rückmeldungen aller Beteiligten wollen wir auch im kommenden Schuljahr wieder WPU-Kurse Wirtschaft für die Jahrgänge 9 und 10 in Kooperation mit den Kaufmännischen Schulen bilingual in Englisch anbieten“, fasst die Pädagogische Leiterin der JTS, Anette Fritsch, die bisherige erfolgreiche Arbeit zusammen.

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