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Auf den Spuren der Vergangenheit

Haiger, 05.02.2019.

Das Thema im Religionsunterricht der Klasse 10R1 der Haigerer Johann-Textor-Schule lautete: "Christentum & Nationalsozialismus". In diesem Zusammenhang kam die Frage auf, ob auch in unserer Stadt Juden gelebt hatten. Und es stellte sich heraus: Es gab zur Zeit des Nationalsozialismus tatsächlich jüdisches Leben in Haiger!

Ein Beispiel dafür war das kleine Mädchen Mirjam Hirsch: Sie wohnte in der Kreuzgasse und wurde mit fünf Jahren umgebracht, weil sie Jüdin war. Die Oma eines Schülers der 10R1 war damals in einem ähnlichen Alter und könnte sie gekannt haben, da sie gegenüber wohnte. Das hat uns sehr betroffen gemacht.

Besuch auf dem jüdischen Friedhof in HaigerUnsere Religionslehrerin erzählte uns, dass es in Haiger einen kleinen jüdischen Friedhof gäbe. Wir beschlossen, uns den Friedhof anzusehen. Er liegt in der Nähe der Firma Cloos am Waldrand. Bevor wir den Friedhof betraten, mussten die männlichen Schüler eine Kopfbedeckung überziehen, da dies zur jüdischen Tradition gehört. Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung schloss uns das umzäunte Grundstück auf, und wir waren sehr erstaunt, dass der jüdische Friedhof nur zwei Gräber enthält.

Wir stellten uns um die Gräber und hielten eine Schweigeminute. Ein paar Schüler legten einen Stein auf das Grab. Dies ist ein jüdischer Brauch und steht für das Zeichen des Gedenkens. Wir begaben uns dann auf den Weg zur Bahnhofstraße 57, wo früher die Synagoge war. Das Haus, in dem die Synagoge untergebracht war, wurde leider 1989 abgerissen.

Wir finden es schade, dass es außer dem Friedhof nichts mehr gibt, was an die Juden in Haiger erinnert.

Ein Bericht von Erik Hennings und Timon Rößler

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