StartBerichteLernen mit Boomerang, Vegemite und Co.

Lernen mit Boomerang, Vegemite und Co.

Haiger, 04.07.2019.

Was motivierendes Lernen und Lernlust zu leisten vermögen, durfte ein größeres Publikum kürzlich an der Johann-Textor-Schule in Haiger anlässlich eines "Australischen Abends" erleben.

07-05Australien2Schülerinnen und Schüler der Klasse 9G3 hatten mit ihrer Englischlehrerin Anette Fritsch ein zweistündiges lehrreich-unterhaltendes Programm entwickelt und in einem beeindruckenden Rahmen präsentiert. Alle als Gäste anwesenden Eltern und Geschwister wie auch Lehrkräfte waren begeistert von den vielfältigen und attraktiv vorgestellten Ergebnissen des Unterrichtsprojekts „Australia Today“. In allen Präsentationen spürte man die Begeisterung und die große Kompetenz der Schülerinnen und Schüler, die in jeder Phase des Projekts mitbestimmen durften und sich dabei  über eine längere Zeit intensiv in ein individuelles Wahlthema eingearbeitet hatten.

Anette Fritsch stellte zu Beginn das Unterrichtsvorhaben im  Zusammenhang des im Schulprogramm der JTS verankerten Projektorientierten Lernens vor, das fachlich-inhaltliches Lernen mit der Vermittlung überfachlicher Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen verbindet, und das im Idealfall stets eine öffentlichkeitswirksame Präsentation der Arbeitsergebnisse beinhaltet.

Anne Heinke und Marie Mosch moderierten kompetent und erfrischend selbstbewusst das Programm, das die Beteiligten engagiert und souverän in Inhalt und Form vermittelten. Zunächst schlugen Timna Bedenbender, Gizem Gezgen, Ronja Kretzer, Annemarie Weber, Simon Hain und Anne Heinke in englischsprachigen Vorträgen, die durch sorgfältig gestaltete Visualisierungen veranschaulicht wurden, den inhaltlichen Bogen von der Entdeckung Australiens durch Captain Cook über ausgesuchte Landesteile und Orte und Besonderheiten der australischen Flora und Fauna bis hin zur wechselvollen Geschichte und aktuellen Lebenssituation der australischen Ureinwohner.

Hieran schlossen sich von Nehir Ay und Luke Finn Zamponi dargebotene Informationen und Hörproben zur australischen Musik an, die von Klassikern wie „Waltzing Matilda“, der inoffiziellen Nationalhymne Australiens, über typische Musik der Ureinwohner bis zu namhaften Vertretern der neueren australischen Musikszene wie ACDC oder INXS reichten.Eine aus mehreren Jungen und Mädchen der Klasse bestehende Gruppe hatte sich mit Besonderheiten befasst, die die australische Küche zu bieten hat und dem Publikum mit selbst hergestellten Kostproben Klassiker wie Damper (Buschbrot), Anzacs, Lamingtons und Pavlova (bekannte australische Süßspeisen) sowie Vegemite (salziger Brotaufstrich) nahe gebracht.

Australischer AbendEmilie Grove stellte eindrucksvoll die Ergebnisse eines themenbezogenen Leseprojektes vor, bei dem die Klasse ein in Australien angesiedeltes englischsprachiges Jugendbuch gelesen und die Leseeindrücke in Form von Lesebildern verarbeitet hatte. Die Kunstlehrkraft der 9G3, Christina Henrich, die in ihrem Unterricht einen Schwerpunkt „Kunst der australischen Ureinwohner“ integriert hatte, gab Erläuterungen zu ausgestellten Schülerprodukten im Stil der Punktmalerei der Ureinwohner und ergänzte so auf lehrreiche Weise den Block der Vorträge der Schülerinnen und Schüler.

Neben diesen ausgewählten Vorträgen stellten alle Lernenden im Rahmen eines Galerie-Rundgangs in Kleingruppen ihre Themen in deutscher und englischer Sprache vor und gaben den interessierten Gästen Gelegenheit zu Nachfragen. Die von den Schülern gestalteten Info-Tische mit Anschauungsmaterialien zu Schwerpunktthemen des Projekts boten danach Anlass für zahlreiche Gespräche und Weitergabe der erworbenen Expertise.

Australischer AbendAbschließend fassten Emily Werner und Emilie Grove die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler zu dem Projekt für alle Anwesenden zusammen. Die z.T. sehr fordernde Arbeit habe ihnen trotz aller Anstrengungen großen Spaß gemacht, weil sie Inhalte und Wege in weiten Teilen mit bestimmen bzw. gestalten konnten und vielfältiges Wissen erworben hätten. Selbst das Auftreten vor Publikum in einer Fremdsprache und die anschließenden Selbst- und Fremdeinschätzungen von allen Beiträgen waren nicht belastend, da die im unterrichtlichen Lerntraining gewachsene Selbstsicherheit in den Inhalten wie in den erprobten Elementen einer gelungenen Präsentation die Grundlage für immer sicheres und fachlich überzeugendes Auftreten war. Die durchgängige Nutzung der Fremdsprache - auch in den Reflexionsphasen - hat in spürbarer Weise zur Erweiterung der Sprech- und Schreibkompetenz beigetragen.

Entsprechend würdigten die Anwesenden die hochmotivierten Leistungen der Klasse im Rahmen des australischen Abends mit lang anhaltendem Beifall und standen nicht an, sich schon nach dem nächsten Unterrichtsvorhaben zu erkundigen, das in vergleichbarer Weise vorgestellt werden wird.

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