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Schüler trotzen dem Lampenfieber

Haiger, 08.06.2012.

Christa MayerHätte das Sommerkonzert der Haigerer Johann-Textor-Schule ein Motto gehabt, so könne dies nur "Wir nehmen Abschied von Frau Majer" lauten. Das erklärte Direktor Gerald Lohwasser in den Räumen der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde, in deren Domizil das Sommerkonzert über die Bühne ging. Zum Ende des Schuljahres geht die engagierte Pädagogin in Altersteilzeit. Die Veranstaltung am Dienstagabend bildete daher den passenden Rahmen, um ihren Einsatz angemessen zu würdigen.

"Sie hat seit Jahren die musikalische Arbeit der Schule ganz wesentlich mitgeprägt", bescheinigte der Schulleiter der Lehrkraft, deren große Liebe stets den musischen Fächern galt. Als "Dankeschön" für das Engagement von Christa Majer (Foto) hatten Musiklehrer Jürgen Poggel und die Schüler einen "Best of - Mix" parat, bei dem sich die scheidende Lehrerin ganz bequem und mit einem Getränk versehen vor der Bühne niederlassen konnte.

Eine bunte Mischung der Liedbeiträge vergangener Sommerkonzerte - wie "Dona nobis Pacem", "We have a dream", "Que sera" und "Irgendwas bleibt" - bereitete Christa Majer, den Vortragenden und den Zuhörern sichtbares Vergnügen. Zum letzten Mal leitete die Lehrerin den Förderstufenchor. Besinnlich kam hier die"Abendstille" daher, während im "Urwald" offenkundig ganz schön was los war. Bei diesem herzerfrischenden Song schien der Bär selbst förmlich im Urwald zu rocken.

Aus vollem Herzen sangen die Schüler des Förderstufenchores

Gemeinsam mit der 8G1, die das afrikanische Lied mit Rhythmusinstrumenten begleitete, trug der Förderstufenchor "Wasma ajelile" vor. Bei den beiden Hits aus dem vergangenen Jahr "Jar of hearts" von Christina Perri und "Someone like you" kamen verstärkend die 9er- und 10er-Wahlpflichtkurse hinzu.
Zuvor hatten die von David Just geleiteten Schulbands für Furore gesorgt. Die auftretenden technischen Pannen ließ bei manchem das Lampenfieber steigen. Doch den Zuschauern gefiel es. Mit viel Applaus wurde besonders der im vergangenen Jahr durch Percival bei "Voice of Germany" aus der Mottenkiste geholte Song "Seven Nation Army", den die Schulband "American Blend" vortrug und bei dem Justin Weber als Sänger beeindruckte, belohnt. Hier wurde mitgeklatscht, mitgesungen und selbstverständlich anschließend nach einer Zugabe verlangt.

Mit Vuvuzelas und Tröten machten die Schüler der Klasse 6G1 schon mal auf die bald beginnende Fußball-Europa-Meisterschaft aufmerksam, bevor sie ihre Version von "Somewhere over the rainbow" zum Besten gaben. Den aktuellsten Song des Abends dürfte der Wahlpflichtkurs der neunten Klassen vorgetragen haben: Für "When we stand together" von Nickelback gab es reichlich Applaus.

Auch viele Solisten standen auf der Bühne des Gemeindehauses. Einen "Jongo" von Paulo Belinatti brachte die mehrfach ausgezeichnete und von Musikkennern viel gelobte Pauline Monno zu Gehör. Hierbei bewies sie nicht nur ihre Virtuosität an der Gitarre, sondern zeigte auch, dass sie Rhythmus im Blut hat, als sie den Klangkörper der Gitarre kurzerhand zum Rhythmusinstrument umfunktionierte. Nathan Müller brachte bei "Rock my soul" ein tolles Instrument ins Spiel: das Saxophon.

Beste Stimmung herrschte, als die Schulband "American Blend" die "Seven Nation Army" zum Besten gab. Gitarrist Alexander Barth und Sänger Justin Weber machte der Auftritt sichtlich Spaß.Zugabe-Rufe wurden laut, nachdem Maurice-Reza Roth-Rüegg auf dem Klavier die verträumte Melodie "River flows in you" des Südkoreaners "Yiruma" mit viel musikalischem Einfühlungsvermögen dargeboten hatte. Eine beeindruckende Leistung war auch das Vortragen des Songs "Get it right" von Lea Michele durch die Neuntklässlerin Lea Siebelist. Auf die "Black Pearl" versetzten die Akkordeonspieler Joel Gillner & Friends. Beim Medley aus dem Film "Fluch der Karibik" meinte man fast, in die schön geschminkten Augen des Captain Jack Sparrow, alias Jonny Depp, zu schauen.

Mit dem sozialkritischen Thema der Kinderarbeit hatten sich die Schüler der 5er-Klassen fächerübergreifend in der Vergangenheit beschäftigt. Auch die Lieder "Ich bin Robinson" und das "Lied der Teppichknüpfer" befassten sich mit diesem Thema. Als "Klassenorchester" spielte die 5F3 das lateinamerikanische, rhythmische "Le o La".

Nachdem sie reichlich Applaus gespendet hatten, verließen die Zuschauer sichtlich beschwingt nach einem gelungenen Konzert das Gemeindehaus. Die Sommerferien können kommen!

 

(Mit freundlicher Genehmigung des Haigerer Kuriers, Text und Fotos: Ute Jung.)

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 08. Juni 2012 19:30

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