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Virtuell einen Arbeitstag erleben

Haiger, 20.01.2020

VR in der GastronomieAn der Rezeption eines Hotels Gäste empfangen, einchecken, Reservierungen bearbeiten und Aufgaben wie den Koffertransport koordinieren ohne den Klassenraum zu verlassen, für die Schüler des Gastronomiekurses von Bärbel Deborré-Schech ist das möglich. Denn mithilfe von „Virtual-Reality-Brillen“ erleben die Jugendlichen den Berufsalltag eines Hotelrezeptionisten.

Sie bewegen sich nahezu frei in der virtuellen aber realen Welt eines Koblenzer Hotels, können ihren Blick um 360° drehen und mit der Umgebung interagieren. Interessante Punkte in der Umgebung sind mit einem Symbol versehen und ein Blick darauf genügt, um nähere Informationen zu erhalten. Sieht man sich zum Beispiel das Gästebuch an, erscheint ein Fenster mit allem Wissenswerten dazu. Blickt man auf das „Play-Symbol“ wird ein kleiner Film zur Arbeit an der Rezeption abgespielt.

Ermöglicht wird das Ganze durch ein von der IHK Koblenz entwickeltes Programm, das speziell für die Ausbildung und Schulungen entwickelt wurde und auf handelsüblichen Smartphones abgespielt werden kann. Die Schüler müssen nur das Programm auf ihre Smartphones herunterladen und diese dann in die Halterung vor den Linsen der Brille befestigen und schon kann der virtuelle Arbeitstag beginnen. „Es ist sehr realistisch und eine interessante Erfahrung, die eine Menge Spaß macht.“ beschreibt eine Schülerin ihre ersten Schritte im Cyberspace-Hotel. „Die virtuelle Umgebung hilft toll beim Lernen“ betont sie weiter.

Für Deborré-Schech, Hotelfachfrau und Gastgeberin im Hotel „Bartmanns Haus“ und dem Hotel Gasthaus „Zum Schwan“, ist es eine super Gelegenheit, den Jugendlichen den Arbeitsalltag in einem Hotel praxisnah zu vermitteln ohne direkt in ein solches fahren zu müssen.

VR in der GastronomieVor dem Ausflug in die digitale Welt standen für die Schüler zunächst die theoretischen Grundlagen auf dem Programm. So lernten sie etwa durch Rollenspiele, nachgestellte Telefongespräche und anhand von Originalen, wie man Meldezettel und Reservierungsbögen korrekt ausfüllt, denn ohne dieses Handwerkszeug geht es auch im Cyberspace nicht.

Angelegt ist das Ganze als Maßnahme zur Berufsorientierung im Rahmen des Faches Arbeitslehre am Hauptschulzweig. Die Jugendlichen sollen einen ersten Eindruck vom Berufsfeld Gastronomie bekommen und sich im Idealfall direkt für ein Praktikum oder eine Ausbildung entscheiden. Wichtig ist, dass sie erkennen, worum es wirklich geht und welche Möglichkeiten sich mit einer solchen Ausbildung, auch außerhalb der Gastronomie, auftun - betont Deborré-Schech. „Es ermöglicht Schülern über den Tellerrand von Schule hinauszublicken und bietet uns Arbeitgebern eine Chance, dem Nachwuchsmangel, nicht nur in unserem Gewerk entgegenzuwirken.“

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