StartArchivArchiv 2022Frühestmöglicher Start in den Beruf: „Ausbildung zur Ausbildung“

Frühestmöglicher Start in den Beruf: „Ausbildung zur Ausbildung“

Haiger, 23.02.2022

Ausbildung zur Ausbildung 2Schon während der Schulzeit eine Berufsausbildung kennenlernen, in einen Beruf reinschnuppern und erste Erfahrungen sammeln, darum geht es in dem Pilotprojekt „Ausbildung zur Ausbildung“ an der JTS. Zielgruppe sind Realschüler des Jahrgangs 9, die einmal pro Woche in die Ausbildungswerkstätten der beteiligten Firmen gehen und dort gemeinsam mit den firmeneigenen Azubis ausgebildet werden.

Wer dabei in welche Firma geht, ergibt sich aus den von den Kooperationspartnern angebotenen Ausbildungsberufen. Rittal bietet eine Ausbildung zum Mechatroniker an, Cloos zum Betriebselektroniker und Klingspor zum Maschinen- und Anlagenführer sowie zum Mechatroniker. Die Firmen schauen sich die Leistungen der Schüler ein Jahr an und evaluieren sie gemeinsam mit Kursbetreuer Herbert Klein.

Im Idealfall sind viele geeignete Schülerinnen und Schüler dabei, sodass der Betrieb Ausbildungsverträge anbieten kann. Sollte es sogar mehr geeignete Kandidaten als Plätze geben, stellt auch dies kein Problem dar, die betreffenden Schülerinnen und Schüler werden dann innerhalb des Projekts an andere Firmen vermittelt. Bekommt man einen Ausbildungsvertrag, kann man im darauffolgenden Schuljahr nochmal an dem Kurst teilnehmen, sodass die Schülerinnen und Schüler im Idealfall die Firma bereits zwei Jahre kennen, bevor sie in die reguläre Berufsausbildung übergehen.

Angeboten wird der Kurs im Rahmen des Ganztagsangebots der JTS, die Teilnahme ist also freiwillig. „So wird gewährleistet, dass die Schülerinnen und Schüler auch mit einer entsprechenden Motivation an die Sache herangehen.“ erläutert Alexander Schüler, Stufenleiter der Jahrgänge 8 bis 10 und Initiator des Projekts.

Ausbildung zur Ausbildung 1Um eine möglichst große Vielfalt an Ausbildungsberufen anbieten zu können, sollen noch deutlich mehr kooperierende Unternehmen mit ins Boot geholt werden. Zudem soll es zukünftig auch auf den Hauptschul- und Gymnasialzweig ausgeweitet werden. „So kann die Ausbildungsquote erheblich gesteigert werden und man steuert dem Fachkräftemangel effizient entgegen“ betont Schüler.

Die Vorteile für die beteiligten Firmen liegen auf der Hand: da ohnehin Azubis ausgebildet werden, hält sich der Aufwand in Grenzen, neue Bewerber sind bekannt, verfügen über erste Kenntnisse und im Idealfall kennt man die zukünftigen Azubis bereits seit zwei Jahren und kann sie entsprechend vorbereiten. So wird nicht nur die Bewerbersichtung einfacher, gleichzeitig minimiert man auch das Risiko eines Ausbildungsabbruchs.

Für Schülerinnen und Schüler bringt das Projekt ebenfalls handfeste Vorteile: Berührungsängste mit der Arbeitswelt werden rechtzeitig abgebaut, die spätere Berufsausbildung wird vorentlastet und die Jugendlichen erkennen den Wert guter schulischer Leistungen für ihre eigene Zukunft. Zudem lernen sie früh ihre Ausbilder kennen, dies gibt ihnen Sicherheit und Vertrauen mit auf den Weg ins Berufsleben. Nicht zuletzt erleichtert es ihnen die eigene Lebenswegplanung deutlich, so Schüler.

Begonnen wird das Projekt mit den drei heimischen Firmen Cloos, Rittal und Klingspor. Diese Betriebe sind für die Teilnehmer gut fußläufig erreichbar, sodass das Konzept problemlos umgesetzt werden kann. Offen ist man an der JTS für weitere Kooperationspartner. „Wir würden uns freuen, wenn wir viele Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen für die Idee gewinnen könnten“, hebt Schüler hervor.

info-grundschuleltern

Suche


Zum Anfang