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Startschuss für die Hessentagswurst

Haiger, 25.11.2021

Eine eigene Wurst mit passendem Brötchen für den Hessentag 2022 in Haiger gestalten, produzieren und vermarkten - das ist das Ziel von drei Schüler-AGs an der JTS. In Zusammenarbeit mit der Bäckerei Rothe arbeitet eine Gruppe am Brötchen, eine zweite gemeinsam mit der Metzgerei Schneider in Langenaubach an der Wurst und eine dritte unter Begleitung von Kai Staudacher von der Stiftung Deutsches Designmuseum an der Vermarktung.

Start für die Hessentagswurst mit BrötchenIn einem Treffen aller Beteiligten in den Räumlichkeiten der Bäckerei Rothe auf der Kalteiche ging es darum, die gemeinsame Arbeit an dem Projekt zunächst zu koordinieren. Geschäftsführer Holger Rothe erklärte zur Begrüßung, was ihm an dem Projekt wichtig ist: „Wir sind ein Handwerksbetrieb und bei uns wird der Begriff „Handwerk“ noch gelebt. Bei der Herstellung unserer Backwaren spielt Handarbeit eine große Rolle. Da das Handwerk unter Nachwuchsmangel leidet, ist es wichtig, Jugendliche für etwas zu begeistern. Nicht einfach nur danebenstehen, sondern dabei sein und mit anpacken, das zählt!“

Wichtig sei auch die Erfahrung, in einem Team zusammen zu arbeiten und gemeinsam zu lernen, so Rothe weiter. Beim ersten Termin haben die von ihm betreuten Schülerinnen und Schüler zunächst die Backstube genau kennengelernt. Wie ist sie aufgebaut? Welche Geräte gibt es? Wie sieht der Arbeitsalltag aus? Beim zweiten Termin standen dann die Rohstoffe zum Backen im Mittelpunkt: Welche Mehltypen gibt es und wie schmecken sie? In einem nächsten Schritt lernen die AG-Teilnehmer, welche Produkte man aus den bestehenden Rohstoffen überhaupt herstellen kann.

Metzgermeister Christian Schneider von der Metzgerei Schneider Langenaubach ergänzt: „Handwerk lernt man von der Pike auf. Die Dinge richtig sehen und fühlen, das muss der Nachwuchs lernen.“ Die von ihm betreuten Schüler lernten den lebenden Rohstoff auf der Weide und alle Sparten einer Metzgerei kennen. Um herauszufinden, wie die Hessentagswurst werden soll, beschäftigen sie sich derzeit mit der Herstellung verschiedener Wurstsorten.

Start für die Hessentagswurst mit Brötchen„Brot, Wurst und Fleisch hat man hier im ländlichen Raum früher selbst produziert. Das sind Produkte, mit denen jeder im Haushalt früher groß geworden ist.“ ergänzte Bürgermeister Mario Schramm. Wichtig sei es, „mit Herzblut bei der Sache zu sein“ so Schramm weiter. „Es ist ein tolles Projekt, was nur im Team funktionieren kann. Wir sind froh und stolz, es mit der Johann-Textor-Schule zu machen. Es ist toll, was in den letzten Wochen und Monaten schon alles entstanden ist und dass es Schüler gibt, die diesen Weg mitgehen.“ lobte auch der Hessentagsbeauftragte der Stadt Haiger, Oliver Thielmann das Projekt.

Begeistert zeigte sich auch Designer Kai Staudacher: „Ich bin vom Projekt begeistert. Ich habe bereits mit Schülerfirmen an Projekten rund um Lebensmittel gearbeitet, aber die Präsentation auf dem Hessentag hebt das Ganze auf eine andere Ebene.“ Warum gibt es das Produkt? Worum geht es? Was ist mit den gegebenen Mitteln machbar und welche Geschichte soll das Produkt erzählen? Diesen Fragen geht Staudacher in einem Workshop gemeinsam mit den Schülern auf den Grund und erarbeitet mit ihnen eine Marketingkampagne. Um den regionalen und handwerklichen Charakter des Produkts besser zu verstehen, wird er dazu auch den Produktionsprozess in der Bäckerei und Metzgerei vor Ort begleiten.

Möglich gemacht wird das Ganze durch die Rittal-Foundation, einer gemeinnützigen Stiftung der Friedhelm Loh Firmengruppe, die Bildungs- und Erziehungsprojekte im Lahn-Dill-Kreis unterstützt. „Vielen Dank. Es ist toll, Sie an unserer Seite zu haben. Ohne ihre Unterstützung wäre Vieles nicht möglich, zum Beispiel auch der Bus, mit dem wir unsere Schüler heute auf die Kalteiche gebracht haben“ bedankte sich der Stufenleiter der Jahrgänge 8-10 und Koordinator des Projekts Alexander Schüler. „Die Kinder sind Feuer und Flamme für das Projekt und es ist wirklich eine tolle Geschichte.“

„Es ist interessant zu hören, wie so ein Projekt überhaupt geplant wird.“ erklärt Schülerin Mia Sophie Moos, die am Marketing Workshop teilnehmen wird. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass heute so viele unterschiedliche Leute dabei sind.“ ergänzt ihr Mitschüler Collin Schüler.

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