Haiger, 16.06.2025
Für die Klasse 6F2 stand am Montag, 16.06.205, das Projekt „PiT“ auf dem Stundenplan. „PiT“ steht für „Prävention im Team“, einem Programm der Hessischen Landesregierung zur Prävention von Gewalt. Es richtet sich schwerpunktmäßig an Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 6 bis 8 und soll sie in die Lage versetzen, individuell und gewaltfrei auf Situationen mit Gewaltpotenzial im öffentlichen Raum zu reagieren und angemessen zu handeln.
Das Programm orientiert sich dabei an der Lebenswelt der Jugendlichen und soll ihre sozialen Kompetenzen im Umgang mit Konflikten und Gewalt fördern. Grundlage und fester Bestandteil ist dabei die Überzeugung, dass Konflikte nur gewaltfrei gelöst werden können. So soll verhindert werden, dass Kinder und Jugendliche zu Opfern von Gewalt im öffentlichen Raum werden.
Heute stand der letzte von insgesamt 5 Projekttagen mit dem Thema „Helferverhalten“ auf dem Programm. In einem Rollenspiel erlebten die Sechstklässler, wie eine Mitschülerin von drei Erwachsenen an einer Bushaltestelle angepöbelt und bedroht wird. Im anschließenden Reflexionsgespräch stuften die Kinder die Situation als „bedrohlich“ und „beängstigend“ ein.
Im Theorieblock erarbeiteten Förderschullehrer Markus Kolarac und Lehrer Stefan Schneider gemeinsam mir den Schülerinnen und Schülern die wichtigsten Verhaltensweisen. Wichtig ist dabei, das Opfer von den Tätern zu trennen und Distanz aufzubauen. Gut war auch, dass die beteiligten Helfer versucht haben, durch Lautstärke Öffentlichkeit herzustellen und so mögliche weitere Helfer auf sich aufmerksam gemacht und gezielt angesprochen haben. Entscheidend ist zudem, die Täter nicht zu provozieren, so Kolarac weiter.
Zum Problem kann in einer solchen Situation der „Bystander-Effekt“ werden. Je mehr Zuschauer die Situation verfolgen, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Jemand in das Geschehen eingreift und hilft. Daher ist es wichtig zu handeln und Initiative zu ergreifen, aber sich zugleich selbst nicht in Gefahr zu bringen, etwa indem man die Täter körperlich angreift, erklärte eine Polizeikommissarin, die das Programm begleitete. Nach einer Pause übten die Textorianer dann, wie sie sich selbst an der Bushaltestelle verhalten hätten und spielten die Situation in Kleingruppen durch. Zum Abschluss erhielt jeder Teilnehmer eine Urkunde.
Bei den Sechstklässlern kam das Programm gut an: „Ich fand es gut. Man lernt, mit gefährlichen Situationen umzugehen“, fasst ein Schüler seine Eindrücke zusammen. „Es ist sinnvoll und wichtig, dass man lernt, wie man sich selbst schützen kann“, ergänzt eine Mitschülerin.
Hessenweit nehmen derzeit mehr als 100 Schulen an dem Programm teil.
